Son

13.

Mai

Ironman 70.3 Pays d'Aix - 2018
Geschrieben von: Karen Kleiner   

An diesem Wochenende stand der Ironman 70.3 Pays d'Aix auf dem Programm und vom Tri Team Limmattal stand Barbara Kuster an diesem mit vielen Höhenmetern gespicktem Wettkampf am Start. Die Bedingungen vor dem Wettkampf waren super, doch die Wettervorhersagen für den Wettkampftag liessen nicht viel Gutes erwarten. Kalt, nass - also so richtig kalt und auch so richtig nass sollte es am Sonntag werden. Nicht ganz einfache Bedingungen für Athleten und Organisatoren.

Doch Barbara liess sich davon auch im Vorfeld nicht entmutigen und bereitete sich so gut wie möglich auf diese widrigen Bedingungen vor. Das Schwimmen war noch angenehm im ca. 20-Grad warmen Wasser. Doch dies sollte das einzige bleiben, wo man von "warm" sprechen konnte an diesem Tag. Innerhalb kürzester Zeit fiel die Lufttemperatur auf unter 10 Grad, teilweise runter bis auf nur 8 Grad. Und mit Regen und Wind war die gefühlte Temperatur noch tiefer.

Doch wie erwähnt: Barbara hatte sich gut vorbereitet. Denn nur zu gut erinnerte sich Barbara an die Erzählungen von Monika vom Ironman Zürich vor genau 10 Jahren(!), wo sich das Wetter auch nicht von der besten Seite gezeigt hatte. Damals hatte sich Monika warm angezogen für die lange Velofahrt und im Verlauf des Wettkampfes hatte sich auch gezeigt, dass das eine gute Entscheidung war. Und mit diesen Erzählungen im Hinterkopf und im Wissen, dass sich warme Kleider lohnen würden, zog sich Barbara in Pays d'Aix auch entsprechend warm an: Regenjacke, Handschuhe, Schuhüberzüge, Kopfbedeckung unter dem Helm... Barbara packte sich richtig gut ein und nahm die 90km in Angriff. Auch wenn die Temperaturen frisch waren und auch der böige Wind die Athleten forderte so war es vor allem der Regen, der einen die Kälte bis auf die Knochen spüren liess. Und Barbara liess sich lange nicht von den Bedingungen beirren, doch am letzten Berg musste sie sich eingestehen, dass sie selbst schon beim Bergauffahren fror. Die Abfahrt danach war dann einfach mega-kalt. Und zu allem Übel mussten sich die Athleten neben dem Regen auch noch Hagel stellen. Nach der letzten Abfahrt - nur etwa 5km von der Wechselzone entfernt - war Barbara dann richtig durchfroren. Am Streckenrand hatte es ein Restaurant, das eigentlich viel mehr zu einem Erste-Hilfe-Posten geworden war, wo zahlreiche durchfrorene Athleten Unterschlupf und Wärme suchten

Das Restaurant war rammelvoll mit Athleten und auch Barbara musste der Kälte Tribut zollen und begab sich ins Restaurant, wo die Wartezeiten ungefähr eine Stunde war. Die erste Idee war, sich mit einem warmen Getränk aufzuwärmen. Es wurde dann aber relativ bald klar, dass der Wettkampf vorbei ist. So durchfroren wie die Athleten waren und mit dem Regen und dem böigen Wind wäre es nicht möglich gewesen, sich für das Laufen wieder einigermassen aufwärmen zu können.

Und so musste Barbara sich ihrem ersten "DNF" (Did not Finish) stellen. Doch die Enttäuschung hielt sich in Grenzen. Natürlich wäre es schön gewesen, diesen Wettkampf finishen zu können. Doch Barbara wusste schon da im Restaurant, dass sie sich nichts vorwerfen konnte, dass sie grossen Kampfgeist gezeigt hatte und darum war Barbara auch zufrieden mit ihrer Leistung!

Und dies auch zu Recht! Der Wille war da, der Kampfgeist war da und wenn auch ohne Finish, so wird der heutige Wettkampf sicher eine spezielle Erinnerung werden und die eine oder andere Geschichte hervorbringen!

Wir gratulieren Barbara zu ihrer Leistung und auch Koni hat hier einen Dank verdient - denn das Supporten bei diesen Bedingungen ist auch kalt, nass und unangenehm. Und... mit ganz leeren Händen kommt die Familie Kuster doch nicht nach Hause: Sohn Patrik konnte seinen Wettkampf in der Kategorie M25 finishen!

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 13. Mai 2018 um 21:31 Uhr